Die Familie der Witwen (Heilige Familie, 11.10.)


Wenn ich als Pfarrerin einen Trauerbesuch mache, dann erwarten mich dort meist Familienangehörige der Verstorbenen. Sie erzählen von dem Menschen, mit dem sie ihr Leben geteilt haben, manchmal bringen sie auch Erinnerungsstücke, lieb Gewordenes, kleine Schätze und Geschenke mit zum Gespräch. Im Erzählen wird der Verlust deutlich; gleichzeitig ist der tote Mensch mit allem, was er oder sie denen um sich herum gegeben und bedeutet hat, ganz präsent.

Als Petrus nach Joppe zum Haus der toten Tabitha, einer Witwe, gerufen wird, geht es ihm ähnlich. Allerdings macht er diese Erfahrung nicht mit Blutsverwandten der Verstorbenen: Andere Witwen kommen zu ihm und zeigen ihm unter Tränen, was Tabitha zu Lebzeiten getan hat, offensichtlich auch zu ihrer Unterstützung.

Wie nahe das Verhältnis dieser Witwengemeinschaft war, ob sie unter einem Dach lebten oder nicht, wird nicht gesagt. Deutlich wird nur: Im Leben sind sie eng miteinander verbunden und haben füreinander gesorgt; der Tod einer von ihnen, sei sie nun Freundin, Nachbarin oder Chefin, reißt ein Loch in ihre Gemeinschaft. Eines, das so groß ist, dass Petrus es nicht aushält? Jedenfalls hat der Tod nicht das letzte Wort. Die Wahl-Familie der Witwen lebt weiter.

Kerstin Schiffner

Das ganze wie immer hier: http://familien-heute.ekvw.net/

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