Wider das Vergessen: Scheila, die Tochter Jiftachs, Heilige Familie vom 02.08.


Jedes Jahr ziehen die Töchter Israels hinauf und gedenken der Tochter Jiftachs. Einen Namen allerdings erhält die junge Frau erst in der nachbiblischen jüdischen Tradition: Scheila. Die Bibel lässt sie namenlos bleiben: Sie, die zum Opfer des Sicherheitsdenkens ihres Vaters wird, der in einem  wohl gedankenlosen Gelübde Gott verspricht, das erste, was ihm bei seiner Heimkehr aus der Schlacht aus dem Haus entgegen kommt, als Opfer darzubringen. Sie bleibt bei all den anderen namenlosen Opfern von Gewalt, die so schnell in Vergessenheit geraten.

Eltern haben kein Recht darauf, ihre Kinder irgendwem oder irgendeiner Sache, Überzeugung oder Ideologie zu opfern. Tun sie es doch, haben die Kinder allein keine Chance sich zu wehren. Sie können nur den winzigen Spielraum nutzen, den ihnen die Strukturen lassen. Und eben dies tut Jiftachs Tochter: Die letzten Monate ihres Lebens verbringt sie nicht mit ihm, nicht mit ihrer Bluts-Familie, sondern mit ihren Freundinnen, der von ihr gewählten Familie. Und eben diese Familie lässt sie auch nach ihrem Tod nicht im Stich: Jahr für Jahr erzählen sie, ihre Töchter und Tochtertöchter Scheilas Geschichte.

Kerstin Schiffner

das ganze wie immer auf der website: http://familien-heute.ekvw.net/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s