Isaak: Doch ein Opfer? Heilige Familie vom 26.07.


„Isaaks Opferung“ – so lautet manche Überschrift von 1. Mose 22. Nein, er wird nicht geopfert! Im entscheidenden Moment zeigt sich: Gott will kein Menschenopfer. Doch da ist Gottes eigener Konflikt zwischen Macht und Güte. Wie kann Gott Gehorsam fordern und zugleich das Leben gegen den Kadavergehorsam stellen? Abraham, so möchte ich es lesen, verstand das Problem. Er folgt dem Befehl der Gottheit, den Sohn zu opfern. Eben so zwingt er sie, sich als Adonaj, als Israels Gott zu erweisen, der Menschenopfer nicht und niemals will. Und Adonaj erweist sich als Gott, der und die das Menschenopfer nicht will. An Isaaks Stelle wird ein Widder geopfert. So bleibt es eine bedrückende und wird zuletzt auch eine befreiende Geschichte.

Nein, Isaak wird nicht geopfert. Aber wird er nicht doch ein Opfer, ein Opfer der großen „Lösung“ zwischen Gott und dem Vater? Er wird, liest man im 1. Mosebuch weiter, kein eigener Mensch. Fast all sein Erleben wiederholt die Geschichten des Vaters, und wo es um ihn selbst geht, wird er betrogen.

Hüten wir uns, das Leben unserer Kinder aufs Spiel zu setzen. Nicht einmal die letzten Fragen von Wahrheit und Glauben taugen dafür zum Vorwand.

Jürgen Ebach

http://www.familien-heute.de

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